Lovex-Turn
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Ein Interview am 11.05.2007 während sie Vorband von Lafee waren


Schon seit einiger Zeit wird die finnische Band "Lovex" in Finnland gefeiert, seit Anfang 2007 wollen sie diese Erfolgskarriere in Deutschland fortsetzen. Erst kürzlich nahm die finnische Band an der Vorentscheidung für den Eurovision Songcontest teil und belegte die Vorentscheidung mit einem guten dritten Platz. m 11.05.2007 ist es also soweit. Heute werde ich von der Band zu einem Interview in Osnabrück erwartet. Hier sind sie die Vorband der jungen Sängerin "Lafee". Nach einigen Konzerten als Supportact geht es für die Jungs weiter mit einer kleinen Headliner-Tour. m Tourbus der Band erwartet mich bereits Sänger Theon, der Bassist Jason erklärt sich ebenfalls zu einem Interview bereit. Nach einem kurzen "Vorstellungsgespräch" kann das Interview also beginnen.

Wieso heißt euere Band LOVEX?

Theon lacht: Wir denken, dass es der beste und schlechteste Bandname der ganzen Welt ist. Dieser ist nämlich so schrecklich und so nervig, dass man ihn einfach nicht vergessen kann. Und es ist einfach, sich diesen Namen zu merken.

Wie habt ihr euch kennen gelernt?

Jason: Sammy, Vivian und ich sind alte Schulfreunde und kennen uns seit 18 Jahren. Und dann begannen wir neue Leute kennenzulernen und...ja, hier sind wir!
Theon: Und wir wurden zu echten Freunden.

Was ist so besonders an LOVEX? Beschreibt euere Musik!

Theon: Das Besondere ist, dass alle aus der Band die Songs schreiben. Das heißt es gibt nicht nur einen, der die Songs komponiert, sondern jeder aus der Band bringt seine eigenen Ideen mit in die Songs ein, da jeder von uns andere Lieblingsbands, Interessen und Vorbilder hat. Hauptsächlich dreht es sich bei unserer Musik aber um Rock'n'Roll, aber wir haben natürlich auch andere musikalische Einflüsse, wie aus der Filmmusik. Oder wir schreiben auch Popsongs in rockige Nummern um, das macht auch Spaß.

Wie viel und was bedeutet euch euere Band?

Theon: Alles, wofür wir leben. Es ist einerseits unser Job, andererseits aber auch unser Hobby und unsere Leidenschaft.

Hat sich euer Leben verändert, seit ihr mit der Band Erfolg errungen habt?

Theon: Nein, nicht so wirklich. Die Finnen sind sehr schüchtern. Wenn sie einen von uns auf der Straße sehen, machen sie keinen großen Aufstand. Wir leben so ein ziemlich normales Leben. Natürlich kommen manchmal ein paar Fans an, die dann gerne ein Autogramm oder ein Foto hätten.

Habt ihr damit schon andere Erfahrungen gemacht, zum Beispiel in anderen Ländern wie Deutschland?

Theon: Auf dieser Tour noch nicht, da sie ja heute erst beginnt, aber als ich das letzte Mal mit Vivian in Deutschland auf Promotion-Tour war, waren da ungefähr 10 Leute, die auf uns gewartet haben. Aber auf den Straßen hat uns jetzt keiner erkannt, zumindestens hat uns dort niemand angesprochen. Neben LOVEX gibt es noch unzählig viele Bands in Finnland.

Was unterscheidet euch denn von diesen?

Theon: Wir sind natürlich besser! (lacht) Also eigentlich nehmen wir uns als Personen nicht all zu ernst, unsere Musik hingegen nehmen wir sehr ernst. Ich denke, wir haben eine gesunde Einstellung zu der Musik, die wir machen. Es gibt viele Bands in Finnland, deren Lyrics sich hauptsächlich nur um die Liebe und solche Herzschmerz-Geschichten drehen. Da sind wir schon anders und deshalb denke ich, dass Lovex doch eine sehr einzigartige Band ist.

Welchen privaten Musikgeschmack habt ihr?

Theon: Ich höre eigentlich gar keine Musik, die aus Finnland kommt.
Jason: Ich höre ab und an schon finnische Musik. Mir ist es ziemlich egal, woher die Musik kommt, hauptsache sie ist gut!

Nennt mir 2 Gründe, wieso jemand, der euere Musik noch nicht kennt, einmal in sie hineinlauschen sollte!

Jason: 1. Die Texte regen zum Nachdenken an.
Theon: (lacht) Ja und wir sind schließlich das Beste, das jemals aus ganz Finnland, wahrscheinlich sogar aus ganz Europa kam.
Jason: Also man sollte unserer Musik schon sein Gehör schenken, da man ja immer etwas Neues für sich entdecken muss!

Wie schreibt ihr euere Songs?

Theon: Da gibt es verschiedene Wege. Manchmal ist es so, dass einer von uns schon fast einen ganzen Song fertig geschrieben hat, manchmal hat man aber auch nur einzelne Teile und daraus entwickelt sich dann nach und nach ein kompletter Song, wenn wir proben. Wobei es aber meistens so ist, dass ich die Lyrics schreibe und wir kümmern uns gemeinsam um die Melodie.

Anfang des Jahres 2007 wurde euer Debutalbum "Divine Insanity" in Deutschland veröffentlicht. Wisst ihr, wie die Leute auf das Album reagiert haben?

Jason&Theon: (grinsend) Keine Ahnung, das wissen wir wirklich nicht.

Was ist es für ein Gefühl, zu wissen, dass die Leute in die CD-Läden stürmen, um euere eignen CDs zu kaufen?

Jason: Das ist ein absolut großartiges Gefühl! Wobei es auch ein bischen unrealistisch ist, dass so viele Leute wirklich die Musik, die man selber macht, kaufen wollen! Die Message, die sich hinter eueren Lyrics verbirgt, ist unterschiedlich.

Wieso habt ihr euch dazu entschieden, den Song "Bullet for the pain" zu schreiben, bei dem es sich um Leute handelt, die Selbstmord begehen?

Theon: Ja genau, der Song geht über solche Leute, die Selbstmord begehen. Vor Allem in Finnland ist die Selbstmordrate besonders hoch, wenn nicht sogar die höchste. Dabei gibt es doch keinen Grund dazu, sein Leben selbst zu beenden, nur weil man mal eine schlechte Phase hat, in der nichts mehr so zu laufen scheint, wie man es sich wünscht. Solche Phasen hatte doch jeder Mensch schon einmal und wenn wir uns alle deshalb umbringen sollten, wäre die Menschheit ja schon ausgerottet. Ich habe absolut kein Verständnis für Leute, die so etwas tun oder an so etwas denken. Das Thema hat mich schon ziemlich mitgenommen, sodass ich einen Song darüber schreiben wollte.Ein ähnlicher neuer Trend ist es jetzt, vor Allem in der Rockszene, sich zu ritzen. Was erreichen die Leute damit, wenn sie sich die Arme aufschneiden? Das macht doch keinen Sinn oder finden die das etwa toll, sich selbst zu verletzen? Mit diesem Song wollte ich den Leuten die Augen öffnen, dass das alles keinen Sinn macht.

Könntet ihr euch vorstellen, noch mehr Songs dieser Art zu schreiben?

Theon: Ja auf jeden Fall!

Könntet ihr euch denn auch vorstellen, politische Songs zu schreiben, z.B. über Kriege und den Klimawandel?

Theon: Ja natürlich. Politische Songs sind eine gute Idee, denn ich halte nichts von Kriegen. Das wäre natürlich auch etwas Neues für Lovex.In weniger Zeit startet für euch das erste Konzert, das ihr jemals in Deutschland gehabt habt.

Seid ihr schon aufgeregt, wie die deutschen Fans wohl sein werden?

Jason: Ja aber total! Wir sind eigentlich schon vor jedem Konzert aufgeregt, aber vor diesem ganz besonders. Es ist ja schließlich unser erstes Konzert in Deutschland! Wir sind echt gespannt.
Theon: Es ist aber auch schön, endlich außerhalb von Finnlands Konzerte geben zu können, da man so langsam jeden Fan aus Finnland schon einmal gesehen hat.

In Finnland läuft euer Video zu der Single "Anyone, Anymore", mit der ihr bei dem Vorentscheid des Eurovision Songcontests teilgenommen habt (seit 11.Mai als Single in Deutschland erhältlich), bereits Dauerschleife im Fernsehen. Was thematisiert das Video?

Theon: Also in dem Video sieht man uns, die Band, die in einem Theather spielt. In diesem Theather sitzen Zuschauer, die nur als Puppen dargestellt sind. Diese Puppen explodieren zum Ende des Videos. Sie sollen eingebildete und arrogante Menschen darstellen, die nur an sich selbst und nie an andere Leute denken. Am Ende des Videos wird die Band selbst zu diesen Puppen.

Gehören der Song und das Video sinngemäß zusammen oder hat beides eine andere Bedeutung? Man sieht es ja immer öfters, dass die Musikvideos selten noch etwas mit der Songbedeutung zu tun hat.

Theon: Also grundsätzlich passt das Video mit dem Song sehr gut zusammen. Natürlich kann so ein Video nicht jedes einzelne Wort reflektieren, aber meiner Meinung nach ist das Video von Anyone, Anymore echt gut geworden, auch wenn die Puppen letztendlich nicht ganz so aussehen, wie ich es mir vorgestellt habe. Der Song beinhalted das Thema Arroganz und ich finde, das wird im Video gut widergegeben.

Sind für euch Tage, die ihr im Studio verbringt, harte Arbeit?

Jason: Nein, das sind echt tolle Tage!
Theon: Ja, das ist zwar manchmal auch sehr anstrengend, aber wir machen das nunmal gerne.
Jason: Für einige Zeit ist es doch harte Arbeit, die aber Spaß macht. Sonst ist es eher ruhig. Wenn man ein neues Album aufnimmt, ist es immer schön zu sehen, wenn man am Ende des Tages neue Ideen erreicht hat, die man dann schließlich aufnehmen kann.

Zu welcher Tageszeit befindet ihr euch hauptsächlich im Studio?

Jason: Morgens, meistens geht es ab 10 Uhr los.

Und wie lange bleibt ihr da?

Theon: Immer ca. 8 Stunden. Aber es ist nicht so, dass immer alle aus der Band zu der gleichen Zeit anwesend sein müssen. Denn es gibt auch mal Tage, an denen man gar nicht da sein muss, da andere Dinge aufgenommen werden.

Wie sieht ein typischer Tag von LOVEX aus?

Theon: Also ich wache morgens auf, dann gehe ich mit meinem Hund spazieren und dann gehen wir in den Proberaum zum Jammen.
Jason: Wir probieren dann immer ein paar neue Songs zu schreiben. Und der Abend ist dann frei und man kann dahin gehen, wo wieder alle anderen auch sind.

Obwohl ihr die Vorentscheidung des diesjährigen Eurovision Songcontests in Finnland nicht gewonnen habt, werdet ihr euch das Finale trotzdem ansehen?

Jason: Aber natürlich!
Theon: Der Hauptgrund, wieso wir nicht gewonnen haben, ist, dass uns selbst in Finnland einfach immer noch viel zu viele nicht kennen. Der Eurovision Songcontest ist so groß, vor Allem in diesem Jahr, dass sich aber auch kein Finne die Show entgehen lässt.
Jason: Ja die Promotion war wirklich gut, genau so wie die After Show Party (grinst)
Theon: Ohja, die hat so lange gedauert, dass wir vor 10 Uhr morgens gar nicht im Bett waren.
Jason: Danach habe ich ganz lange geschlafen!

War es denn eigentlich euere Idee, an dem Eurovision Songcontest teilzunehmen?

Theon: Nein, also das hatte unsere Plattenfirma geregelt.

Welche Plattenfirma habt ihr denn in Finnland?

Theon: Unsere Plattenfirma heißt EMI. Erst haben wir gezweifelt, ob wir das Angebot, an dem Eurovision Songcontest teilzunehmen, annehmen sollen, da wir ja doch nicht die typische Band sind, die an solch einem Contest teilnimmt. Aber dann dachten wir, es sei eine sehr gute Promotion für uns und wir mochten auch den Gedanken, zu testen, wie viel wir erreichen können.Jason: Bei dem Eurovision Songcontest haben letztlich ja noch andere Bands teilgenommen, die nicht in das typische Schema passen. Zum Beispiel von Lordi hätte vor weniger Zeit auch niemand erwartet, dass sie jemals dort auftreten und schließlich dann so erfolgreich sind. Für Lordi war es ja wirklich ein voller Erfolg!

Habt ihr irgendwelche Vorbilder?

Theon: Ja, jeder in der Band hat so seine Vorbilder, aber es gibt nicht DAS Vorbild der gesamten Band. Ich mag zum Beispiel die Band Rage against the machine sehr gerne.
Jason: Und ich mag die Red Hot Chilli Peppers sehr gerne.

Wessen Musik inspiriert euch?

Theon: Das sind hauptsächlich Soundtracks von Filmen.

Würdet ihr gerne einmal jemand anderes für einen Tag sein? Wer wäre es?

Jason: Ich wäre gerne einmal Theon.

Und wieso?

Jason: Ich wüsste gerne einmal, wie er mich so sieht und was er über mich denkt.
Theon: Ja, ich wäre auch gerne einmal Jason, aber noch viel lieber wäre ich George Bush und würde somit diesen endlosen Krieg beenden.

Was denkt ihr, ist der Grund dafür, dass finnische Bands so erfolgreich in Deutschland sind?

Theon: Oh, ich hab keine Idee
Jason: Also ich denke, dass die Deutschen dann einen sehr guten Musikgeschmack haben.
Theon: Wobei...als ich in Deutschland auf Promotiontour mit Vivian war, habe ich gemerkt, dass es eigentlich zwischen Finnland und Deutschland nicht allzu große Unterschiede gibt.

Ihr lebt alle in Tampere. Viele andere Bands leben in Helsinki. Wieso zieht ihr Tampere vor oder würdet ihr doch lieber in Helsinki leben?

Theon: Wir mögen alle Tampere. Es ist nicht zu groß, aber auch nicht zu klein, sodass man nicht jeden Tag die selben Leute sieht. Es ist einfach meine Heimatsstadt, ich bin hier geboren worden. Ich mag Helsinki auch, aber die Leute in Tampere sind einfach viel relaxter, da dort nicht so eine Hektik, wie sie in Helsinki ist, herrscht.
Jason: Und alles ist wesentlich günstiger in Tampere.
Theon: Ja das kommt auch noch hinzu.

Habt ihr schon immer davon geträumt, in einer Band zu sein?

Theon: Nein, nicht immer. Aber ich wollte immer schon singen.

Habt ihr denn überhaupt einen anderen Beruf erlernt?

Theon: Schon, aber nichts Professionelles. Ich studiere noch in Tampere. Jetzt bleibt jedoch nicht viel Zeit dazu, mich über die Bücher zu setzen, aber irgendwann muss ich es dennoch machen.

Betreibt ihr irgendeine Sportart?

Theon: Ja, ich jogge und ich fahre gerne Snowboard.
Jason: Ich schwimme gerne und spiele Fussball, aber das ist eher selten.

Habt ihr irgendwelche Lieblingstiere?

Theon: Ich mag alle Tiere! Nur um ein Einziges zu nennen, ich hab immer schon davon geträumt, auf einer Giraffe zu reiten.
Jason: Ich würde gerne mal einen Elefanten sehen, doch das ist in Finnland eher schwierig (lacht)

Könnt ihr auch deren Stimmen immitieren?

Theon: Oh von einer Giraffe?? Mh...das ist schwierig. Was für ein Geräusch so eine Giraffe wohl macht. Vielleicht Schmatzen sie ja, wenn sie Äste kauen. Hehe ich schätze mal so in der Art.
Jason: Oh, einen Elefanten kann ich nicht nachmachen.

Was mögt ihr an euch selbst?

Theon: Ich kann ganz gut mit Stress umgehen. Ich denke, ich bin da ziemlich relaxed.
Jason: Ich denke, ich bin ganz fair zu anderen Leuten.

Was macht ihr, wenn ihr down auf Tour seid?

Jason: Lange schlafen am Morgen und abends etwas trinken.
Theon: Wir gucken viele Filme oder spielen Playstation.

Welche Sprachen sprecht ihr eigentlich?

Theon: Also erst einmal finnisch, ein bischen englisch, ein bischen schwedisch und etwas deutsch: Guten Abend, guten Tag, guten Morgen, Klappe Dummkopf, Scheiße, was ist passiert?Jason: Ich hab eins in Deutschland im Studio gelernt: Klappe Dummkopf.
Theon: wie gehts
Jason: Und ich spreche noch eine eigene Sprache, die keiner versteht, wenn ich betrunken bin.
Theon: Ohja, die habe ich gehört. Das hört sich echt komisch an.

Wo hättet ihr gerne eine zweite Wohnung?

Jason: Irgendwo, wo es warm ist. Der Sommer ist ja leider so kurz in Finnland.
Theon: Vielleicht ja in Köln.
Jason: Irgendwo, wo schönes Wetter und eine schöne Landschaft ist.

Was esst ihr denn gerne?

Jason&Theon: Fast alles, aber eben nur fast.

Lest ihr gerne Bücher?

Jason: Wenn ich alleine sein und relaxen will, dann lese ich ein Buch.
Theon: Ich lese eigentlich viel.

Habt ihr irgendwelche schlechten Angewohnheiten?

Jason: Oh, wo soll ich denn anfangen? Wir haben viele schlechte Angewohnheiten, aber keine, die andere beleidigen. Wir haben schon alle so ziemlich die gleichen.
Theon: Ich bin manchmal ziemlich faul.

Wettet ihr gerne?

Theon: Ja klar, aber nur um 50 cent.
 
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